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Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW

I. In dem das Helferli Walter von der Liebe träumt und eine Buchlieferung nicht sein schönster Lohn ist

Die Nachmittagssonne drückt sich durch die feinen Lücken in der Jalousie und fällt streifig auf Walters Gesicht, der immer wieder mit der Hand übers Gesicht wischt und sich wegdreht, wenn ihre Strahlen seine Wimpern trifft. Als würde er eine Mücke verjagen. Sie surrt irgendwo im Raum und piepst dabei. Er wehrt sich gegen das Erwachen, sinkt immer wieder in einen flachen Schlaf, in kurz aufflackernde Traumbilder und halbe Erinnerungen an die Nacht. Kaum beleuchtete Winkel der Produktionsstrecke, tief am Boden, er robbend zwischen hunderten von schlanken Stahlbeinen, rutschsicheren Kautschukfüssen, suchend, immer tiefer vordringend. Ein sichelförmiger Lichtreflex dort vorne, er tastet sich vor, greift die kleine, biogen beschichtete Kugel vorsichtig mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Sie gleitet weg, rollt davon, Walter lacht, die Maschine kichert, es flüstert direkt in seine Schädelbasis: «Walter, ich brauche dich, hilf mir ;)». Die Hand, die schützend über Walters Augen liegt, duftet nach Schnittlauch und Brennnessel. Er vergräbt sein Gesicht darin und seufzt. Noch ein letztes Piep-Piep der Lieferdrohne, dann wirft sie ein kleines Päckchen neben Walter ab und schwirrt davon. Walter streckt sich und zieht das Paket mit Zeige- und Mittelfinger zu sich heran, nimmt es umständlich auf. Es ist die monatliche Buchsendung vom QPZ. Er seufzt: «Frisch. Schon wieder Frisch. Von wegen frisch!» Montauk. Nie gehört. Seitdem er, 1978 in Altwil geboren, die sechzig überschritten hat, terrorisiert ihn das vollautomatisierte Abo (→ Empfehlungsdienste) der Quartiersbücherei mit den Werken des längst vergessenen Schweizer Architekten Max Frisch. Vorsichtig lässt Walter sich auf seiner Rattan-Couch nieder, platziert das Buch auf seinem Bierbäuchlein und lässt den aufgeregten Blick durchs Fenster über Neulikon schweifen. Hinter dem Wohnwald glitzern die Türmchen des QPZ im Sonnenlicht, während die Drohnen in den Häuserschluchten die Sonnensegel raffen. Sehnsüchtig bleibt sein Blick am QPZ hängen, dann seufzt er erneut und schlägt halbherzig das Buch auf, irgendwo in der Mitte. In seiner Funktion als Helferli war Walter in der letzten Nacht im QPZ, dem Quartiers Produktionszentrum Neulikon, das zehn Jahre zuvor aus dem traditionellen Gemeinschaftszentrum hervorgegangen war. Dort entstehen Kleinprodukte für den lokalen Verbrauch (→ dezentrale Fertigung). Eigentum, Verwaltung und Wartung des QPZ obliegen der Quartiersgenossenschaft Neulikon. Im hochkomplexen System QPZ kann, vollautomatisch und energielastoptimiert am Smart Grid der Stadt angeschlossen, fast alles produziert werden, was in einen Umzugskarton passt. Die Flexibilität hat jedoch ihre Tücken. So geht immer wieder etwas schief, was auch die KI und die hochentwickelte Robotik nicht allein in den Griff bekommen – jedenfalls nicht beim ersten Mal. Dann werden die Genossenschaftsmitglieder personalisiert angefragt und ein Helferli wie Walter kommt auf Rollerblades angesaust und hilft aus, zeigt beispielsweise der Roboterhand, wie ein neuartiges und unförmiges Objekt zu fassen ist. Das System lernt, der Digital Twin namens Stigma optimiert die neu erlernten Ansätze, und eine stabile neue Produktionslinie nimmt im QPZ Form an. QPZ und Helferlis stehen in symbiotischer Verbindung, die KI zeigt aufrichtige, da ungelogene Dankbarkeit, das Leben als Helferli ist schön, Mensch wird gebraucht und in einer postmonetären Welt ist Gebrauchtwerden der schönste Lohn. Das Quartier produziert die meisten Güter des täglichen Bedarfs selbst, aus lokalen, nachwachsenden Ressourcen und gemeinwohlorientiert. Wenn etwas im Produktionsablauf stockt, sorgt ein internes Protokoll dafür, dass mögliche Störquellen identifiziert werden.
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    Young Talents in Clinical Research: Ausschreibung 2026

    Mit dem Förderprogramm «Young Talents in Clinical Research» (YTCR) ermöglichen die Gottfried und Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung und die SAMW jungen Ärztinnen und Ärzten eine erste Forschungserfahrung. Demenz Forschung Schweiz – Stiftung Synapsis unterstützt das Programm neu mit zusätzlichen Mitteln im Bereich Neurodegeneration. 2026 stehen bis zu 1,2 Millionen CHF zur Verfügung, um Nachwuchskräften «protected research time» bzw. die Durchführung eines eigenen Forschungsprojekts zu finanzieren. Eingabefrist für Gesuche ist am 30. Juni 2026.

  • Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW

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    SPHN: Von der Initiative zur nachhaltigen Dateninfrastruktur

    Seit 2017 arbeitet das Swiss Personalized Health Network (SPHN) am Aufbau einer schweizweiten Dateninfrastruktur, die klinische Daten aus Spitälern sowie weitere gesundheitsrelevante Daten für Forschungszwecke auffindbar, interoperabel und sicher zugänglich macht. Im Schwerpunkt des aktuellen SAMW Bulletins blickt Prof. Matthias Baumgartner, SPHN-Präsident und Vorstandsmitglied der SAMW, auf die beiden Förderphasen bis 2024 zurück und gibt einen Ausblick bis Ende 2028.

  • Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

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    Wie verletzliche Menschen altern: Das Age-Dossier 2026

    Das neue Age-Dossier der Age-Stiftung zeigt anhand eindrücklicher Lebensgeschichten, wie verletzliche Menschen das Älterwerden erleben, und reflektiert ihre Erfahrungen gemeinsam mit Fachpersonen aus Praxis, Politik und Inklusion.

     

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