Überwachung in Spitälern und Pflegeheimen: Der unsichtbare Dritte im Raum
Digitale Überwachungssysteme (beispielsweise Videoüberwachung durch eine «virtual Nurse») halten zunehmend Einzug im klinischen Alltag und in der Langzeitpflege. Sie versprechen Sicherheit und Kosteneinsparung. Gleichzeitig greifen sie in die Privatsphäre und Selbstbestimmung von Patientinnen, Patienten und Bewohnenden ein und werfen neue rechtliche und ethische Fragen auf. Digitale Überwachung im Spital und im Heim stellt die Politik vor die Frage, was diese Entwicklung für die Bevölkerung bedeutet. Was können digitale Überwachungssysteme heute – und morgen? Wie weit darf digitale Überwachung in der Gesundheitsversorgung gehen? Wer entscheidet, wann, wie und unter welchen Bedingungen überwacht werden darf? Wer trägt die Verantwortung, wenn Systeme Fehler machen oder versagen? Können wir uns Alternativen zum Einsatz digitaler Überwachungssysteme überhaupt leisten? Und schliesslich: Wäre es sinnvoll, wenn der Gesetzgeber Antworten auf die wichtigsten Fragen bereitstellen würde? Die Akademien der Wissenschaften Schweiz laden Sie herzlich ein, diese und weitere Fragen am kommenden «Science et Politique à table!» mit Fachpersonen zu diskutieren.

Zeit und Ort
Dienstag, 1. Dezember 2026, 13:15 bis 14:30 Uhr im Bellevue Palace Bern.
Programm
Was digitale Überwachung heute kann – und was morgen möglich wird
Prof. Dr. med. Christian Lovis, Professor für Klinische Informatik, Universität Genf, Leiter des Bereichs Medizinische Informationswissenschaften, Universitätsspitäler Genf (HUG)
Was ist erlaubt – und genügt die aktuelle Gesetzgebung?
Prof. Dr. iur. Regina Aebi-Müller, Professorin für Privatrecht und Privatrechtsvergleichung, Universität Luzern, Vizepräsidentin der Zentralen Ethikkommission (ZEK) der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW)
Technisch möglich und rechtlich erlaubt – auch ethisch wünschenswert?
Dr. Jean-Daniel Strub, Leiter Institut Neumünster, Zürich, Mitglied der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK)
Neben den Referent:innen diskutieren folgende Expert:innen mit Ihnen:
Prof. Dr. iur. Frédéric Erard, Professor für Medizinrecht und Zivilrecht mit Schwerpunkt Datenschutz, Universität Lausanne, Mitglied der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK)
Bianca Schaffert-Witvliet, APN, Pflegeexpertin, Spital Limmattal, Vizepräsidentin der Zentralen Ethikkommission (ZEK) der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW), Präsidentin der Ethikkommission des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK)
Dr. Benjamin Dubno, Ärztlicher Direktor Integrierte Psychiatrie Winterthur - Zürcher Unterland