FAQ_Informationen zum Vernehmlassungsprozess White Paper
Folgende Hinweise und Informationen dienen als Orientierungshilfe für die Teilnahme am Vernehmlassungsverfahren zum White Paper und erläutern die Hintergründe sowie den weiteren Prozess der Erarbeitung einer Strategie für eine koordinierte MINT-Bildung in der Schweiz (kurz: MINT-Bildungsstrategie Schweiz).
Hintergrund: Das steckt dahinter
Warum tun wir das?
Das Angebot an MINT-Förderprojekten sowie kantonalen Strategien zur MINT-Bildung ist bereits umfangreich, vielfältig und zeugt von grossem Engagement. Gleichzeitig fehlt bislang eine breit abgestützte strategische Orientierung für die gesamte Schweiz, um bestehende Initiativen und kantonale Förderansätze besser aufeinander zu beziehen, den Dialog zwischen den Akteur:innen zu stärken und die Zusammenarbeit kohärent und nachhaltig auf den Bildungsplatz Schweiz abzustimmen. Ein gemeinsamer Referenzrahmen erlaubt, gemeinsame Wirkungsziele zu definieren (z. B. Teilhabechancen, Übergänge, Qualität) und Fortschritte nachvollziehbar zu machen. Mit Blick über die Schweiz hinaus stärkt eine schweizweite Strategie zur MINT-Bildung zudem die Umsetzung international etablierter Zukunftskompetenzen (OECD Learning Compass 2030, UNESCO Transversal Competencies) im Schweizer Bildungssystem. Das vorliegende White Paper soll den Grundstein legen, um die Lücke einer auf die ganze Schweiz bezogenen Strategie für eine koordinierte MINT-Bildung zu schliessen.
Warum wird gerade jetzt eine Strategie für eine koordinierte MINT-Bildung in der Schweiz erarbeitet?
Es gibt bereits eine Vielzahl an Initiativen und Projekten zur MINT-Bildung und MINT-Nachwuchsförderung in der Schweiz. In einer immer vernetzteren Welt reichen jedoch Einzellösungen nicht mehr aus. Wir haben jetzt die einmalige Chance, die MINT-Bildung von einem Mosaik aus Einzelinitiativen in ein starkes, nationales Netzwerk zu verwandeln. Ein weiteres wichtiges Argument ist die Nähe bzw. Verbindung von MINT-Kompetenzen zu Zukunftskompetenzen wie komplexe Problemlösungsfähigkeiten oder kritisches Denken. Solche Future Skills (oder auch 21st century skills, 4K-Kompetenzen) werden immer wichtiger, nicht nur in MINT-Fachbereichen. Es geht zum Beispiel nicht nur darum, neue Technologien kompetent zu nutzen, sondern auch darum, sie zu verstehen. MINT-Kompetenzen sind zentral für die Auseinandersetzung mit einer hochtechnologisierten Welt und sollten breit in der Bevölkerung verankert sein. Die entsprechende Aus- und Weiterbildung einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht ist zentral, für mehr gesellschaftliche Teilhabe, mehr Fachkräfte mit diversen Perspektiven und schlussendlich zur Aufrechterhaltung der Innovationskraft in der Schweiz.
Was ist der Unterschied zwischen dem White Paper und der eigentlichen Strategie?
Das White Paper ist unser gemeinsames Grundlagenpapier. Es ist das Resultat intensiver Vorarbeit. Jetzt brauchen wir Ihren „Praxis-Check“. Helfen Sie uns, das White Paper so zu schärfen, dass daraus in einem nächsten Schritt eine breit getragene Strategie mit konkreten Massnahmen in Form einer Road Map entstehen kann.
Warum wurden bisher noch keine konkreten Massnahmen formuliert?
Gestützt auf eine gemeinsame Vision sowie gemeinsam getragene Leitprinzipien, Handlungsfelder und Querschnittsthemen, liefert das vorliegende White Paper die Grundlage für eine noch auszuarbeitende konkrete Strategie mit Road Map und Massnahmenplan. Nach Publikation des White Papers folgt in einer zweiten Phase die Erarbeitung der eigentlichen MINT-Bildungsstrategie Schweiz in Form mit konkreten Massnahmen und operativen Umsetzungsempfehlungen.
Wer ist Herausgeber:in / Autor:in?
Herausgeberin White Paper: Akademien der Wissenschaften Schweiz, im Rahmen des Bundesmandats «MINT Schweiz», unter Einbezug einzelner, für die MINT-Bildung zentraler Akteur:innen und Expert:innen
Herausgeber:in / Autor:in MINT-Bildungsstrategie (ab Dezember 2026): Akademien der Wissenschaften Schweiz, in Kooperation mit ausgewählten Akteur:innen nationaler Reichweite (tbc), begleitet von einem breit abgestützten Gremium bestehend aus Entscheidungsträger:innen, Akteur:innen und Zielgruppen der Massnahmen
Mitwirkung: So geben Sie Feedback
Wieso soll ich an der Vernehmlassung teilnehmen? What’s in it for me?
Durch Ihre Teilnahme stellen Sie sicher, dass die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Region/Fachdisziplin/Zielgruppe im White Paper berücksichtigt werden und die künftige Strategie die richtigen Schwerpunkte setzt.
Wer ist angesprochen, in der Vernehmlassung mitzuwirken?
Die Vernehmlassung ist öffentlich. Sie richtet sich primär an Akteur:innen der formalen und nicht-formalen Bildung, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, die eine Organisation/Institution vertreten und eher weniger an Privatpersonen.
Bis wann kann ich an der Vernehmlassung teilnehmen?
Bis Mitte August 2026. Rückmeldungen werden bis Sonntag, 16. August 2026 entgegengenommen und noch berücksichtigt.
Wo kann ich Feedback geben?
Feedback nehmen wir ausschliesslich über das dazu erstellte Online-Tool entgegen: [Link einfügen] Andere Formen des Feedbacks werden nicht akzeptiert.
In welcher Form soll ich Feedback geben?
Damit wir Ihre Perspektive präzise ins finale White Paper einarbeiten können, bitten wir Sie um konkrete Optimierungsvorschläge. Grundsätzlich wird nur Feedback berücksichtigt, das einen konkreten Änderungs- oder Ergänzungsvorschlag enthält. Folgendes ist wichtig:
Präzision statt Prosa: Das Online-Tool ist darauf ausgelegt, konkrete Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge direkt zu erfassen, so kurz und knapp wie möglich
Lösungen vorschlagen: Wo Sie eine Lücke sehen, schlagen Sie eine konkrete Ergänzung vor. Wo ein Ziel vage bleibt, helfen Sie uns mit einer besseren Formulierung.
Frist einhalten: Reichen Sie Ihre Inputs bis spätestens 16. August 2026 ein. Jeder Vorschlag, der uns via Online-Tool erreicht, trägt zum Gesamterfolg bei.
Ist mein Feedback öffentlich?
Es wird grundsätzlich niemand namentlich genannt und Rückmeldungen nicht publiziert. Feedbacks werden zusammengefasst und konsolidiert, ohne Namen zu nennen. Falls Sie - oder Ihre Institution/Organisation namentlich genannt werden möchten, ist das selbstverständlich möglich und kann im Online-Formular entsprechend vermerkt werden.
An wen kann ich mich wenden bei Rückfragen?
Theres Paulsen, Fachstelle MINT, Akademien der Wissenschaften Schweiz: go2mint@akademien-schweiz.ch
Ausblick: So geht es weiter
Was geschieht nach der Vernehmlassung?
Jede Stimme zählt und fliesst in einen strukturierten Prozess ein:
Bis Ende September 2026: Auswertung der Rückmeldungen - Die eingegangenen Änderungs- und Ergänzungsvorschläge werden gesichtet, kategorisiert und in einer kleinen Redaktionsgruppe im Hinblick auf ihre Kohärenz mit den Zielen geprüft und konsolidiert.
Oktober 2026: Finalisierung - Das White Paper wird basierend auf dem Feedback überarbeitet und von der AG MINT der Akademien der Wissenschaften Schweiz verabschiedet.
November 2026: Publikation - Das White Paper wird als Grundlagenpapier für die Erarbeitung einer konkreten MINT-Bildungsstrategie Schweiz publiziert, im Rahmen der Reihe «Swiss Academies Report»
Ab Dezember 2026: Erarbeitung Strategie - Start des eigentlichen Strategieerarbeitungsprozesses, mit breiterer Trägerschaft/Autorenschaft
Wie wird die eigentliche MINT-Bildungsstrategie Schweiz erarbeitet?
Die Phase der Strategie-Erarbeitung ab Dezember 2026 wird in Kooperation mit ausgewählten Akteur:innen nationaler Reichweite sowie unter Einbezug der wichtigsten Zielgruppen, Akteur:innen und Entscheidungsträger:innen erfolgen. Vorschläge für konkrete Massnahmen sollen unter anderem an bereits geplanten oder noch zu bestätigenden Veranstaltungen verschiedener Stakeholder zur Diskussion gestellt werden. So ist zum Beispiel bereits eine Diskussion und Weiterentwicklung der Strategie im Rahmen des MINT-Kongresses der Akademien der Wissenschaften Schweiz am 2. Februar 2027 an der EPFL in Lausanne geplant.
Wer ist Herausgeber:in/Autor:in der noch auszuarbeitenden MINT-Bildungsstrategie Schweiz?
Die Akademien der Wissenschaften Schweiz, in Kooperation mit 2-3 namhaften Organisationen/Institutionen mit nationaler Reichweite. Geplant ist zudem ein breit abgestütztes Begleitgremium, bestehend aus Entscheidungsträger:innen, Akteur:innen und Zielgruppen.