«Prix Média akademien-schweiz» 2012




Am Donnerstag, 27. September 2012, wurde im Rahmen des Kongresses ScienceComm'12 in Rapperswil der mit insgesamt 40'000 Franken dotierte «Prix Média akademien-schweiz» verliehen. Für ihre gelungene Wissensvermittlung ausgezeichnet wurden (auf dem Foto von links nach rechts) This Wachter (Technische Wissenschaften), Olivier Dessibourg (Technische Wissenschaften, nicht abgebildet), Odette Frey und Cécile Guerin (Medizin), Fleur Daugey (Naturwissenschaften), sowie An Lac Truong Dinh und Sabine Bitter (Geistes- und Sozialwissenschaften).

Zusammenfassungen der Beiträge, Biographien der PreisträgerInnen (pdf)
Weitere Informationen zum Kongress ScienceComm'12
Programmheft (pdf)
Medienmitteilung (pdf)
 

PreisträgerInnen

 


Sabine Bitter und An Lac Truong Dinh (Geistes- und Sozialwissenschaften)
«Fremdenlegionär und Deserteur: Das kurze Leben des Emil Selhofer»,
Sendung «Passage2», 9. März 2012, DRS 2

Der Schweizer Matrose Emil Selhofer verlässt 1944 seine Heimat und tritt in die französische Fremdenlegion ein, mit der er in den Indochinakrieg zieht. Er desertiert und schliesst sich der vietnamesischen Befreiungsbewegung an, die den französischen Kolonialisten Widerstand leistet. Nach mehreren Jahren in der Fremde will Emil Selhofer zurück in die Schweiz, doch der Rückweg ist ihm versperrt. Seine Spur verliert sich im nordvietnamesischen Dschungel. Der Historiker An Lac Truong Dinh vermittelt in der Sendung von Sabine Bitter historisches Wissen fundiert und seriös. Die Sendung bringt Briefauszüge, spannende Kommentare und eine sehr gelungene musikalische Untermalung.
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Fleur Daugey (Naturwissenschaften)
« Les filles de l'air », Juni/Juli 2012, « La Salamandre »

Jeder kennt die Libellen, die im Sommer mit ihren schillernden Farben an den Rändern der Wasserflächen zu sehen sind. Trotzdem wissen nur wenige, dass die Tiere den grössten Teil ihres Lebens als Larven im Wasser verbringen, oder dass sie lange vor den Dinosauriern auf der Bildfläche erschienen sind. Die Fülle der Details und die Präzision des Vokabulars in der Beschreibung jeder Etappe im Leben der Libellen zeugen von sorgfältiger Recherche. Die Vergabe dieses Prix Média unterstreicht auch die Bedeutung folgender Wesenszüge des Wissenschaftsjournalismus: die Methode der radikalen Vereinfachung; das Berichten aus grosser persönlicher Nähe; und nicht zuletzt den Idealismus, den die kleine Redaktion von La Salamandre an den Tag legt, indem sie zeigt, dass es mit Leidenschaft, Entschlossenheit und immer auch mit einer Dosis ansteckender Begeisterung möglich ist, alle zwei Monate eine völlig unabhängige Zeitschrift hoher Qualität zu veröffentlichen.
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Odette Frey (Medizin)
«Medizin – nur teuer oder auch nützlich?»,
Sendung «Kontext», 16. Februar 2012, DRS 2

Welche Medizin wollen und können wir uns angesichts steigender Gesundheitskosten leisten? Welche Kosten ist die Allgemeinheit bereit zu übernehmen, wenn etwa der Nutzen von Behandlungen unklar ist oder nur sehr wenigen Menschen zu Gute kommt? In ihrem didaktisch hervorragenden Beitrag gelingt es Odette Frey, dem Zuhörer das komplexe Thema verständlich näher zu bringen. Sie beleuchtet neben der wissenschaftlich-medizinischen Seite auch wichtige ökonomische und ethische Aspekte und bildet so alle relevanten Sachverhalte umfassend ab.
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Cécile Guerin (Medizin)
« Maladies rares : du laboratoire au traitement »,
Sendung « Impatience », 22 février 2012, RTS, la 1ère

Jede einzelne von ihnen ist selten, aber zusammen betreffen sie ein halbe Million Menschen in der Schweiz: Die seltenen Krankheiten sind schlecht bekannt unter Wissenschaftlern und ignoriert von den pharmazeutischen Laboren. Eine Folge ist, dass wir oft noch viele Jahre auf erfolgreiche Behandlungsmethoden warten müssen. Wie können wir die Forschung ankurbeln? Wie kann man das Interesse der pharmazeutischen Industrie für die Krankheiten erregen? In der durch Nancy Ypsilantis produzierten Sendung «Impatience» lanciert Cécile Guerin die Debatte, lässt PatientInnen und ÄrztInnen zu Wort kommen und beantwortet direkt die Fragen der Zuhörer. Ihr gelingt eine ausgewogene Darstellung von wissenschaftlichen Grundlagen, ökonomischen Aspekten und der individuellen menschlichen Komponente.
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Olivier Dessibourg (Technische Wissenschaften)
« Le jour où les robots penseront », 17 septembre 2012, « Le Temps »

Im Jahr 1997 schlug Deep Blue, der Computer von IBM, den besten (menschlichen) Schachspieler der Welt. Seit kurzem fahren in San Franzisco Autos ohne Fahrer, gesteuert durch Computer, die durch Ingenieure von Google programmiert wurden. Sind die Roboter bald intelligenter als wir? Die Artikel von Olivier Dessibourg aus dem Sonderheft Aux frontières de l'intelligence von Le Temps malen ein Portrait des Posthumanismus, der sich durch die gegenwärtigen Fortschritte der Robotik und der Informationsgesellschaft ankündigt. Von den amerikanischen Laboren des Silicon Valley zu den Schweizerischen Neurowissenschaften lässt Olivier Dessibourg die futuristischsten Projekte Revue passieren, in einem journalistischen Stil, der gleichzeitig präzise, fundiert und umfassend ist.
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This Wachter (Technische Wissenschaften)
«Othmar Ammann, ein historisches Porträt», 26. Mai 2012, DRS 4 News

Der Schweizer ETH-Ingenieur Othmar Ammann war einer der berühmtesten Brückenbauer der Welt. This Wachter hat Tondokumente aufgespürt, in denen Ammann einen Einblick in seine Arbeit gibt. Die Recherchen zeigen, dass das Konzept der Golden Gate Bridge von Amman stammt, obwohl er in der Öffentlichkeit kaum Kredit dafür erhält. Othmar Ammann ist bekannt für die Brücken, die er in New York gebaut hat. So gelang es ihm 1931, mit der George Washington Brücke eine Spannweite von über 1000 Metern zu überwinden. 33 Jahre später wurde seine Verrazano Narrows Bridge mit 1300 Metern Spannweite eingeweiht. This Wachter's Beitrag beeindruckt durch seine fundierten Recherchen zum 75-jährigen Jubiläum der Golden Gate Bridge.
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