Reto U. Schneider

Gewinner des Prix Média 2011 (Technische Wissenschaften)


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Ausgezeichnet für:
«Der Ketzer mit der Wärmepumpe», April 2011, Artikel im NZZ FOLIO
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Es gibt keine fehlerlose Technik, schon weil der Mensch nicht fehlerlos ist. Deshalb zwingt das Versagen von Technologie immer wieder zum Handeln. In diesem Jahr erlebte die Welt nach Tschernobyl zum zweiten Mal den grössten anzunehmenden Unfall eines Atomkraftwerkes – diesmal gleich dreifach. Der Atom-Unfall von Fukushima verlangt nach Erläuterung, Einordnung und Konsequenzen.
Für einige politisch Verantwortliche scheint der Fall klar: Kernkraft ist inhärent unsicher, vom Menschen nicht beherrschbar, daher abzulehnen. Der Ausstieg aus der Kernkraft soll deshalb beschlossen werden. Was soll der Bürger davon halten? Welche Konsequenzen wird eine solche Politik haben? Angesichts der komplexen Thematik gibt es viele unbequeme Fragen, aber keine einfachen Antworten.
Der Zeitgeist setzt Kernkraftgegner mit der Umweltbewegung gleich. Da kommt leise, aber bestimmt von einem Umweltaktivisten westlich des Rheins Widerspruch. Bruno Comby ist ein Umweltschützer, der sich wegen des klimaschonenden Potentials von Atomkraftwerken seit langem für die Kernkraft einsetzt.
Er stellt unbequeme Fragen. Denn es ist längst noch nicht ausgemacht, dass der massive Ausbau erneuerbarer Energien angesichts des zu erwartenden Energiehungers einer Welt mit neun Milliarden Menschen reichen wird. Und ist es nicht jetzt schon absehbar, dass für nicht gebaute oder abgestellte AKW trotz massivem Ausbau erneuerbarer Energien Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerke gebaut werden? Was bedeutet eine solche Entwicklung für den Kampf gegen die Klimakatastrophe?
Reto U. Schneider versucht nicht den Leser von den Argumenten des Atom-Parias Comby zu überzeugen. Er zeigt vielmehr die Notwendigkeit auf, selbst zu denken. Der Artikel über diesen Querdenker ist ein Stück gegen ideologisch gefärbte Diskussionen. Er gehört zum Besten, was Journalismus zu leisten vermag.

Biographie: Reto U. Schneider, geboren (1963) in Solothurn und aufgewachsen in Biberist, ist stellvertretender Redaktionsleiter von NZZ Folio, der Monatszeitschrift der Neuen Zürcher Zeitung. Er arbeitete als Eletroingenieur bevor er mit 26 Jahren in den Journalismus wechselte. Der Absolvent der Ringier-Journalistenschule war Ressortleiter Wissen bei «Facts» und Knight-Science-Journalism-Fellow am MIT in Cambridge (USA). 1999 stiess er zu NZZ-Folio. Er ist Autor der Bücher «Planetenjäger», «Das Buch der verrückten Experimente» und «Das neue Buch der verrückten Experimente».
 

Preisverleihung 2011

Der Prix Média wird am Freitag, 25. November 2011, in Zürich verliehen. Sie können sich hier anmelden.

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