Menschenrechte und Ethik in der Wissenschaft stärken

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz engagieren sich auf verschiedene Weise in den Bereichen Menschenrechte und Ethik.
 

Schutz der Menschenrechte von Forschenden

Die «Delegierte für Menschenrechte» der Akademien der Wissenschaften Schweiz arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Menschenrechten. Martina Caroni, Professorin für öffentliches Recht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht an der Universität Luzern übt diese Funktion seit 2017 aus. Die Delegierte ergreift geeignete Massnahmen bei der Verletzung der Menschenrechte von Forschenden aufgrund von deren wissenschaftlicher Tätigkeit und sie fördert die Bedeutung der Menschenrechte in der Wissenschaft. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Partnern national (z.B. Scholars at Risk Schweizer Sektion) und international (z.B. International Human Rights Network of Academies and Scholarly Societies).
 

Akademische Freiheit

Akademische Freiheit ist ein für die wissenschaftliche Arbeit und ihre Entwicklung entscheidendes Grundprinzip. Es umfasst das Engagement in wissenschaftlicher Praxis und den Austausch wissenschaftlicher Ideen ohne Einschränkung oder Unterdrückung. Trotz Gewährleistung in vielen nationalen Verfassungen und international wird in jüngerer Vergangenheit an verschiedenen Orten und auf unterschiedliche Weise zusehends in die mit akademischer Freiheit verbundenen Rechte eingegriffen. Ernsthaft besorgt ob dieser Tendenz thematisierte die internationale Konferenz «Academic freedom: a universal right at stake!?» im Dezember 2017 (Programm) die Konsequenzen auf individueller und institutioneller Ebene sowie mögliche Gegensteuer.
 

Human right to science

Wissenschafter haben ein Recht auf Menschenrechte – aber Menschen haben auch ein Recht auf wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Anwendungen. Diese internationale Konferenz im Mai 2015 (Programm) thematisierte «The Human Right to Science» am Beispiel von Saatgutforschung und -politik. Hauptreferentin war Farida Shaheed, die Sonderberichterstatterin der UNO zu kulturellen Rechten. Weitere Unterlagen:
 

Ethische und rechtliche Verantwortung in internationaler Forschung

International tätige Forschende können mit schwierigen ethischen oder juristischen Fragen konfrontiert werden – etwa bei der Zusammenarbeit mit korrupten politischen Strukturen vor Ort, bei der Mitarbeit an aus zweifelhaften Ressourcen finanzierten Projekten oder bei der Zusammenarbeit mit Forschenden in mit internationalen Sanktionen belegten Ländern. Ausgehend von einem Bericht der niederländischen Akademie der Wissenschaften thematisierte der Workshop im April 2016 (Programm) Verantwortung anhand konkreter Fallbeispiele.
 

Private Finanzierung in der Wissenschaft

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz waren federführend beim Statement der All European Academies (ALLEA) zu privater Finanzierung im Wissenschaftsbetrieb (2015) im Rahmen ihres Engagements in der ALLEA-Arbeitsgruppe «Science and Ethics». Dieser Beitrag basierte auf Erkenntnissen des Workshops «Das Spannungsverhältnis von Wissenschaft und Industrie am Beispiel des Sponsoring von Lehrstühlen», den die Akademien der Wissenschaften Schweiz 2012 durchgeführt hatten.
 

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